Die geheimnisvolle Wüste Taklamakan an der Seidenstraße
"Die Wüste ist Schrift, in jedem Sandkorn ein überrraschendes Zeichen" Edmund Jabés
Die Stille der Taklamakan
Keine Wüste der Welt fasziniert mich*) so sehr, wie die Taklamakan. Keine Wüste birgt für mich mehr Geheimnisse in sich und keine andere Wüste kann so tückisch sein wie die Taklamakan. Ich glaube, das ist es, was mich süchtig macht an dieser Wüste..................
Im National Geographic spezial, "Faszination Wüste" 2/2003 beschreibt Bruno Baumann, knapp 100 Jahre nachdem sich Sven Hedin als erster Europäer 1885 ins Innere der Taklamakan gewagt hatte, die Stille der Wüste. Bruno Baumann schrieb - ich zitiere: "Vom ersten Schritt an war ich fasziniert vom Sandmeer. Es war eine Stille, die ich nicht kannte. Eine absolute Stille - anfangs beklemmend, später jedoch befreiend." Bruno Baumann durchquerte 1989 und 2000 die Taklamakan. 340000 Quadratkilometer Sand und Dünen, entstanden durch Staub- und Sandablagerungen, welche von den Gletschern herabgespült wurden und sich im Laufe der Zeit zu endlosen Dünen geformt haben.
Die Erforschung der Taklamakan beginnt mit einem Verbrechen: 1888 (oder 1889 - wie andere Quellen schreiben) wurde im schneebedeckten Himalaya ein britischer Händler (lt. Literaturquellen: Andrew Dalgleishs) ermordet. Der Täter verübt zusätzlich auf seiner Flucht einen Anschlag auf den ihn verfolgenden Captain (oder Lt.) Bowers und flüchtet weiter in Richtung Norden - entlang der Wüste. Trotz des Anschlags nimmt Captain Bauer die Verfolgung erneut auf und macht während eines Zwischenstops in einer Oase eine sensationelle Entdeckung: Schriftstücke! Geschrieben in einer frühen indischen Sprache (5. Jahrhundert), angeblich aus einer Stadt, verborgen im Wüstensand.
Diese Manuskripte waren die ersten buddhistischen Dokumente, die der Wüstensand wieder preis gab. Sie beweisen wie weit der Einfluß der indischen Kultur damals reichte. Es existierte eine Verbindung zwischen den Mumien europäischer Abstammung, die in der Taklamakan geborgen wurden. Deren Nachfahren haben vermutlich die sagenumwobenen Städte um Dandan Oilik gebaut, welche irgendwo vom Wüstensand überdeckt lagen. Dandan Oilig wurde 1895 von Sven Hedin entdeckt, und Hedin fand trotz unsystematischer Suche die Überreste der versunkenen Stadt. Wandmalereien deuteten auf indischen, griechischen und persischen Einfluß hin
In der Nähe des Khotan-Flusses, südlich von "Mazar Tagh" (d.h. altes tibetisches Fort) hatte Sir Aurel Stein (1862-1934) bereits eine Stadt ausgegraben und kartographiert. Diese Aufzeichnungen halfen bei den neuzeitlichen Expeditionen, so konnte Dandan Oilig sicher identifiziert werden. Stein entdeckte Wandmalereien, Skulpturen und Sanskrit-Handschriften. Ferner fand Sir Aurel Stein (1862-1934) bei seiner ersten Expedition um 1901 alte Bittschriften, Berichte und Verträge in Chinesisch, welche auf das 8. Jahrhundert datiert wurden.
Hier noch einige Worte zur Wüste: "Begib dich hinein, und du kommst nie wieder heraus", so die Bedeutung des Wüstennamens. Wen die Wüste nicht verschluckt, den verschlingt der kara buran - der schwarze Sandsturm. In der Taklamakan wandern die Dünen schneller als anderswo, das kommt wohl durch schnelle Windverfrachtungen des Sandes. In der Taklamakan herrschen außerdem außerirdische Verhältnisse mit Temperaturen von -20 bis +50°C.
Diese Wüste wartet mit sagenhaften Gegensätzen und sagenumwobenen versunkenen Städten, welche der Wüstensand verschlungen hatte und welche von Sven Hedin, Sir Aurel Stein und Albert von LeCoq ausgegraben wurden, auf den Besucher, der sich zur ihr wagt! Sven Hedin, (1865-1952) schwedischer Asienforscher unternahm sieben mehrjährige Expeditionen nach Zentralasien. Sven Hedin durchquerte den Pamir, das Kunlun-Gebirge und die Wüste Gobi bzw. die Taklamakan. Sven Hedins archäologischen Funde in den chinesischen Wüsten brachten erstmals Licht ins Dunkle der Seidenstraße und der Taklamakan.
Auch Sven Hedin brachte Schriftstücke - Manuskriptfragmente - aus dem Raum Khotan mit. Sven Hedin lieferte Aufklärendes über die Expeditionen in Turkestan. Im Jahre 1895 kam Sven Hedin von östlicher Richtung her in die Taklamakan, um nach Merket am Yarkand Fluß zu kommen. Im folgenden Dezember nahm Sven Hedin wiederum den Ruf der Taklamakan wahr und brach von Kashgar her nach Khotan auf. Von Schatzsuchern hatte Sven von angebichen Grabungen mit großartigen Funden nahe dem Dorf Yotkan erfahren. Sven Hedin entdeckte Überreste einer versunkenen Stadt, welche er Dandan Oilig nannte. Bei seinen unsystemaischen Grabungen stellte er bei den Schriften griechischen, indischen und persischen Einfluß fest.
In immer kürzeren Abständen förderten Wissenschaftler Entdeckungen zu Tage. Um nur einige zu nennen: 1889 D. Klementz besucht die Ruinen von Karakhoja. 1899 Charles-Etienne Bonin von Peking nach Ningxia.
Im Jahr 1889 startete Sven Hedin seine 3.Expedition, er wollte per Schiff den Yarkand-Fluß und anschließend den Tarim bis LopNor. Da jedoch der Tarim im Winter gefroren war, ging Hedin gen Süden bis hin zur Oase Cherchen, dann folgte die Entdeckung Loulans (die aufgegebene chin. Garnison). Hedin barg rund 35 Papier-Handschriften und über 100 Holzschriften.
"Die Erde besitzt noch so viele Paradiese, dass wir nicht verzweifeln müssen,
aber wir müssen uns auf den Weg machen, das Gute in der Wirrnis unseres Planeten
zu entdecken, zu erfahren und bei uns selbst anfangen.
Gönnen wir uns unseren Traum und
haben den Mut, unseren Herzen zu folgen." R. Eberhard Friedemann
*) Der Autor Wolfgang Bauer interessiert sich seit über 15Jahren intensiv für die Seidenstraße und die Wüste Taklamakan. Viele Bücher, Kartenmaterial, Zeitschriften und Zeitungsberichte haben sich im Laufe der Zeit angesammelt, aber auch sie konnten die Sehnsucht nicht stillen - nein, die Sehnsucht nach der Taklamakan wird immer größer..........
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ZDF-Expedition zum Thema Seidenstraße finden Sie auch beim ZDF (Zweites Deutsches Fernsehen) in der Rubrik "ZDF Expedition" viele interessante Links. Wir bedanken uns beim ZDF für den Link.
SWR ebenfalls zum Thema Seidenstraße. Wir bedanken uns beim SWR für den Link.
NEU! "Welt der Wunder" Pro Sieben Luxusfaser aus Insektenspeichel - das Geheimnis der Seidenraupe. Wir bedanken uns bei Pro Sieben für den Link.
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Hintergrund: Schattenspiele in der Wüste (Fred Lange)