Böllerschützen Neustadt & Abensberg
aufgezeichnet von Kunst & Seide,
Siegenburg
Böllerschießen,
auf gut bayerisch auch Prangerschießen, ist eine alte überlieferte
Tradition und Brauchtum, bei dem an besonderen Festen und Ereignissen mit
speziellen Böllern und Böllerpulver ein lauter Knall erzeugt wird.
Diese Schützen nennt man Böllerschützen oder Prangerschützen
und sind oft als eigene Vereine organisiert oder als Abteilung in einem
Schützenverein oder Brauchtumspflegeverein integriert. Das Auftreten
der Schützen in der jeweiligen Tracht des Ortes ist dabei obligatorisch
und wichtig für die Brauchtumspflege.
Anlässe zum Böllerschießen
Böller werden im Rahmen der Brauchtumspflege nur an besonderen
Festtagen geschossen, z. B. Hochzeiten, Kirchweih, Heiligabend oder Neujahr
bzw. am Fest Hl. 3
Geschichtliches Die Geschichte des Böllerschießens läßt sich bis in das 14./15. Jahrhundert zurückverfolgen. Das liegt auch daran, dass das Böllerschießen nicht als eigenständiger Brauch betrachtet werden kann, sondern sich mit vielerlei anderen Traditionen entwickelt hat. Die Idee, mit Schwarzpulver Krach zu machen, dürfte so alt sein wie die Entdeckung des Schwarzpulvers selbst. Es finden sich zwei geschichtliche Hinweise auf diesen Brauch: Einer Sage nach probten die Einwohner von Hornberg solange ihre Böllerschüsse für die Ankunft des Fürsten (wahrscheinlich Eberhard Ludwig 1677-1733), bis ihnen das Pulver ausging, wodurch sich auch das Sprichwort "Das ging aus wie das Hornberger Schießen..." abgeleitet haben könnte. In einem Erlass vom 16. Juli 1696 wird das Böllern bei Strafe wegen seiner Gefährlichkeit in der Markgrafschaft Ansbach verboten. Des weiteren gibt es aus dem 18. Jahrhundert einige Überlieferungen, wonach sich Schützengesellschaften Böllergeräte anfertigen ließen und auf diversen Festivitäten geschossen wurde.
Bei den Böllergeräten wird zwischen Handböller, Schaftböller, Standböller und Kanone unterschieden. Handböller sind meist sehr aufwendig verziert und unterteilen sich weiter in pistolenartige oder auch gewehrartige Böller, welche dann Schaftböller, Böllerbüchse, Böllerstutzen oder Prangerstutzen genannt werden. Böllerkanonen sind oftmals restaurierte Originale oder originalgetreue Nachbauten von historischen Vorbildern. Rechtliche Grundlagen Böllerpulver unterliegt dem Sprengstoffgesetz in Deutschland. Der Schütze muß Inhaber einer Erlaubnis nach §27 SprengG sein und es muss für jeden einzelnen Böller eine Beschussbescheinigung vorliegen. (Bayr. Böllerhandbuch) Die Böllergeräte müssen turnusmäßig alle fünf Jahre dem Beschussamt zur Nachprüfung, bzw. bei Standböllern und Böllerkanonen zum Nachbeschuß vorgeführt werden. Böllergeräte zählen nicht als Waffe im Sinne des Waffengesetzes. Schussfolgen Es wird dabei nach bestimmten Reihenfolgen geschossen, die der Schützenmeister vorgibt. Das Lauffeuer wird im gleichen Takt geschossen Das Schnellfeuer wird wie das Lauffeuer im gleichmäßigem Takt ausgeführt, allerdings erfolgen die Schüsse mit kürzestem Abstand unmittelbar hintereinander. Der Salutschuss erfolgt gleichzeitig von allen Schützen. Das "Rad" wird mit zunehmender Geschwindigkeit geschossen, bis die letzten 2-3 schon fast gleichzeitig abdrücken. Der Doppelschlag, bei dem zwei Schützen direkt nacheinander abfeuern und dann etwas gewartet wird, bis die nächsten beiden Schützen feuern In der Präzision oder dem Tempo dieser Salven und ihrer Kombinationen zeigt sich die Qualität einer Böllerschützenformation. Beim Gruppenschießen erfolgen die einzelnen Schritte auf dem Schießplatz, einschließlich der Ladetätigkeiten nur auf Kommando des Schützenmeisters bzw. Schussmeisters. Das Laden des Böllers oder der Kanone Die Böller sind in der Regel Vorderlader und werden mit Böllerpulver befüllt (bei Kanonen auch Ladung mittels einer Kartusche). Das Böllerpulver besteht aus Schwarzpulver. Während bei den Handböllern Kaliber von 10-25mm üblich sind, sind es bei Standböllern und Böllerkanonen Kaliber von bis zu 100mm. Die Pulvermenge pro Schuss beträgt bei solch einem Kaliber bis zu 400g. Bei Schaft- oder Handböllern ca. 10-35g. Das Böllerpulver wird im Böller mit Hilfe eines Korkens verdämmt. Dieser Korken wird mit Hilfe von Hammer und Ladestock in das Rohr geschlagen - bis es auf dem Pulver aufsitzt. Gezündet wird die Ladung durch sog. Zündhütchen, welche wiederum durch einen Schlagbolzen oder durch ein Perkussionsschloss (bei Handböllern) gezündet werden. Bei Hinterlader-Kanonen wird das Pulver nicht von vorne in das Rohr eingebracht, sondern in Form einer fertigen Kartusche von hinten geladen. |
Die Aktivitäten der
Böllerschützen aus
Abensberg & Neustadt
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100-jähriges
Gründungsfest der Schützengesellschaft Offenstetten -
die kgl. priv. Böllerschützen aus Abensberg waren dabei! Aufgrund des Gründungsfestes der Schützengesellschaft Offenstetten fanden am Sonntag, 25.07.2010, ein Kirchenzug und ein Festumzug statt. Die Abensberger kgl. priv. Böllerschützen kündigten das mit 3 bzw. 5 Böllerschüssen an!
Aus Sicherheitsgründen wurde auf einem Firmengelände hinter der Festhalle geschossen, um die Festgäste zur Aufstellung der Züge einzuladen! Die kgl. priv. Abensberger Böllerschützen traten dieses Mal nicht mit ihrer traditionellen "Tracht in blau" auf, sondern mit schwarzer Hose und Trachtenjanker...
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24.
Bayerisches Böllerschützentreffen mit Oberösterreichischem
Prangerschützentreffen in Kirchheim am Haslinger
Hof 11.7.2010
Leider waren viele Böllerschützen/innen verhindert und so konnten nur 5 Schützen der Kgl. priv. Feuerschützengesellschaft Abensberg teilnehmen.
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Schützenverein Alpenrose e. V. Köfering hatte zum
50-jährigem Eine Abordnung der Neustädter Böllerschützen war mit fünf "Frau/Mann" beteiligt. http://www.feuerschuetzen-neustadt.de |
Böllerschießen
anläßlich der
Niederbayerischen Meisterschaft im Bogenschießen in Sandharlanden am 6.6.2010 unter Schußmeister Manfred Hoyer. beide Bilder: Ingo Wüstenhagen
Kgl. priv. Feuerschützengesellschaft Abensberg
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Kanonenweihe
am 5.6.2010 durch Pfarrer Georg Birner
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Zum Wahrzeichen von Abensberg avanciert Kuchlbauers Hundertwasser-Turm. Er ist ein Architekturprojekt des weltbekannten Künstlers Friedensreich Hundertwasser. Runde Formen, ungewöhnliche Fenster, natürliche Linien, Zwiebeltürme und Pflanzen, das sind die grundlegenden Elemente Hundertwassers für menschengerechtes Bauen im Einklang mit der Natur. Einzigartig in der Welt ist der Kuchlbauer-Turm - außen sowie innen eine Hommage an das bayerische Bier und seine Brauereien. Die Kgl. priv. Feuerschützengesellschaft Abensberg feuerten unter Schußmeister Manfred Hoyer zwölf Schuß zum Salut. Die 12 hatte eine Bedeutung: Zwölf Schuß für 12 Jahre von der Planung zur Fertigstellung. |
Seit 17.4.2010 ist es wieder so weit: der Spargel sprießt endlich. Da trifft es sich gut, dass an diesem Samstag die Abensberger Spargelerzeuger offiziell die Saison 2010 einläuteten. Mit dem ersten Stich hat der Abensberger Schriftsteller E. W. Heine die ersten weißen Stangen aus dem fruchtbaren Boden geholt. Danach trafen sich Erzeuger & Prominenz in der Abensberger Innenstadt zum offiziellen Festakt. Und dazu gehörte die alljährliche Enthüllung des Abensberger Marmorspargels und der sog. "Spargelschuß", den die Kgl. priv. Feuerschützengesellschaft Abensberg, gegr. 1548 nach bayr. Tradition mit Ihren Handböllern ausführten. Die Spargelsaison dauert traditionell bis zum Johannitag am 24. Juni. Die Ernte wird beendet, damit die Pflanzen eine ausreichende Regenerationszeit haben, um im folgenden Jahr genügend neue Sprosse bilden zu können. |
Anschließend gratulierten die Böllerschützen dem frischgebackenen Brautpaar.
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das drittgrößte Volksfest in
Bayern Mit Böllern und Kanonen wurde der offizielle Bieranstich nach dem traditionellem Gillamoos-Auszug 4.9.2009 angezeigt.
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Abensberg unter Napoleon - die Böllerschützen waren wieder dabei! 5. Juli 2009 21:00 Uhr: Salutschießen der Böllerschützen aus dem Gau Hallertau auf der Abensinsel
Die Schützen der Kgl. priv. Feuerschützengesellschaft Abensberg, gegr. 1548 agierten als gastgebender Verein!
Geschossen wurden 8 Schuss nach den Richtlinien des Bayr. Böllerhandbuchs. Die Aufstellung der Schützen war getrennt nach Handböller und Schaftböller. |
Eine
Abordnung der Böllerschützen beim 7. Gau-Böllertreffen
2009 in Obersüßbach am 27.6.2009.
Unsere Schützenbrüder aus Abensberg waren ebenfalls dabei! Kgl. priv. Feuerschützengesellschaft Abensberg, gegr. 1548
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Eine Abordnung der Böllerschützen beim 23. Bayerisches Böllertreffen 2009 in Weimersheim/Weißenburg mit über 1400 Böller- und Kanonenschützen aus 145 Schützenvereinen. Geschossen wurde nach den Richtlinien des Bayr. Böllerhandbuchs. 1. Salut 2. schnelles Reihenfeuer 3. schnelles Reihenfeuer von 2 Seiten 4. reihenweiser Salut
5. schnelles Reihenfeuer
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Die
Böllerschützen beim Niederbayerischen
Böllerschützen-Treffen
2009 in
Hauzenberg (bei Passau) am 17.5.2009
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13 Böllerschützen aus beiden Vereinen nahmen am
Böllerschießen zu Hl. Dreikönig teil - geschossen wurde wieder
am verschneiten
Aichaer-Berg.
Zeitungsartikel der Mittelbayerischen
Zeitung vom 8.1.2009 im
PDF-Format |
Gillamoos
2008 - Die Böllerschützen mit ihren
Böllerschützenfreunden aus Abensberg beim traditionellen Auszug
am 5.9.2008 und anschließendem Böllerschießen
anläßlich des offiziellen Bieranstichs.
Mehr zum Gillamoos siehe: www.gillamoos.de und |
Ehrensalut
für den scheidenen Pfarrer Josef Höning
an der Pfarrkirche St. Nikolaus am
27.7.2008 nach dem Festgottesdienst.
(Bild rechts: Dr. Christian Kahler) |
Eine Abordnung der Böllerschützen bei der 825 Jahrfeier der Stadt Böhrigen (Sachsen) am 28. / 29.6.2008
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Die Böllerschützen in Puttenhausen 23.6.2008 anläßlich des 100-jährigen Gründungsfest SG Bodomar Puttenhausen |
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Die Böllerschützen beim 22. Bayr. Böllerschützentreffen 8.6.2008 in Neubrunn |
Böllern
in Irnsing (Nähe Neustadt/Do.) anläßlich der Einweihung einer
Gaststätte /
Maibaum-Aufstellen
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Mai 2008
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Die Böllerschützen beim Altbayerischen Böllertreffen in Straubing 20.4.2008 |
Hl. 3 Königs-Schießen am 6.1.2008 am Aichaer-Berg in Siegenburg
Anschießen des Christkindl-Marktes in Siegenburg am 2. Advents-Samstag 2008 (Aufnahme: Dr. Christian Kahler)
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Die Böllerschützen beim Gau-Böllerschützentreffen in Ilmmünster Juli 2007
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Donau-Panorama-Böllerschießen
in Erlingshofen
im Juni 2007
Am 9. Juni 2007, fand im Rahmen des 125-jährigen Gründungsfestes
das "Donautal-Panorama-Böllerschießen"
statt.
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Böllern
anläßlich der Marktplatz-Einweihung in Marching (Neustadt/Do.)
30.6.2007
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| Weitere Links:
Bayerische Böllerschützen Schützengau Hallertau Böllerschützen Ausbildung Böllerschütze Schützenverein Bad Abbach Kgl. priv. Feuerschützengesellschaft Abensberg, gegr. 1548 Bayr. Böllerhandbuch Kgl. priv. Feuer- und Zimmerstutzengesellschaft Bad Abbach Feuerschützengesellschaft Neustadt/Donau e.V. Der Autor ist aktiver Böllerschütze bei der kgl. priv. Schützengesellschaft Abensberg und bei den Feuerschützen Neustadt/Donau |
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